Die Lincoln-Maschine

Die Lincoln-MaschineTitel: Die Lincoln-Maschine
Original-Titel: We can build you
Autor: Philip K. Dick
Verlag: Heyne [52270]
Erscheinungs-Jahr (in Deutschland): 2007*
Edition: Philip K. Dick Edition

Kurzbeschreibung: Maury Rock und Louis Rosen sind zwei typische Unternehmer. Allerdings steckt ihre Klavier- und Orgelfabrik in einer Krise und sie sind gezwungen, nach alternativen Geschäftsfeldern zu suchen. Tatsächlich kommen sie auf eine scheinbar geniale Verkaufsidee: Simulacra! Ein Simulacrum ist ein künstliches Abbild eines Menschen oder vereinfacht ausgedrückt: eine täuschend echt wirkende mechanische Puppe. Maury und Louis stellen ihre Produktion auf Simulacra von berühmten historischen Figuren aus der Zeit des Bürgerkriegs um. Eine der beiden ersten Prototypen ist der frühere amerikanische Präsident Abraham Lincoln.

Rezension: Um es vorwegzunehmen: der Titel “Die Lincoln-Maschine” ist irreführend. Zwar spielen die Simulacra eine nicht unerhebliche Rolle, im Mittelpunkt steht jedoch der Ich-Erzähler in Form von Louis Rosen, der im Verlauf des Romans eine geistige wie seelische Leidensphase durchmacht. Diese Einblicke in die menschliche Psyche werden von Philip K. Dick bis ins Detail geschildert. Leider ist die Story bis zum -eher unbefriedigenden- Ende ermüdend. Erst im aufschlussreichen Nachwort von Tim Power erfährt man, wie es zu diesem doch unglücklich gewählten Titel kam. Der stammt nämlich von Herausgeber Ted White, der im Gegensatz zu Philip K. Dick den Part über die Simulacras verkaufsfördernder als die psychischen Abgründe der Protagonisten fand und darum auch noch ein zusätzliches Kapitel schrieb. Leider ist dieses in der vorliegenden originalen Fassung nicht enthalten.

Ein Großteil der Handlung dreht sich um Pris. Die junge, aber psychisch kranke Frau ist die Tochter von Maury und wohl der ausschlaggebende Faktor für Louis schlechter werdenden Geisteszustand. Während Louis anfangs eher abneigende Gefühle für die Tochter seines Geschäftspartners hegte, ändert sich das im Verlauf des Buches komplett. Er bildet sich ein, sie zu lieben, träumt von einer gemeinsamen Zukunft und ist über alle Maßen eifersüchtig auf Sam Barrows. Eben dieser ist ein reicher und erfolgreicher Geschäftsmann und stellt quasi den Gegenpol zu Louis dar. Maury und Louis befinden sich in Geschäftsverhandlungen mit Barrows über eine Massenproduktion von Simulacra. Beiden Parteien gelingt es jedoch nicht eine Übereinkunft zu erzielen. Ein Deal kommt nicht zustande. Schlimmer noch: zu allem Überfluss verlässt Pris ihren Vater und arbeitet von nun an für Barrows. Das gibt vor allem Louis den Rest, der sich immer tiefer in Wahnvorstellungen verrennt. Letztenendes landen er wie auch Pris in einer staatlichen Nervenheilanstalt. Louis schafft es zwar später wieder entlassen zu werden, Pris wird er aber nie für sich gewinnen können.

An dieser Stelle endet das Buch in seiner Original-Fassung.

Fazit: Für Philip K. Dick Fans durchaus lesenswert, für Liebhaber von Büchern wie “Blade Runner” doch eher enttäuschend.

Bewertung: 3 Punkte !3 Punkte !3 Punkte !3 Punkte !3 Punkte !

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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 25. Dezember 2007 um 20:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter Einzeltitel abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pingen ist im Augenblick nicht erlaubt.

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